Aktualisiert am: 31.08.2026
Anders als beim Spülmittel für den Haushalt ist die Wirkung eines Desinfektionsmittels an eine bestimmte Konzentration und Einwirkzeit gekoppelt, die in Testverfahren ermittelt wurde. Wird das Mittel zu niedrig dosiert, reicht die Wirkstoffkonzentration oft nicht aus, um die angegebene Wirkung (z. B. „bakterizid“) tatsächlich zu erreichen – die Fläche wirkt sauber, ist es mikrobiologisch aber nicht in dem Maß, wie angenommen.
Jedes zugelassene Desinfektionsmittel liefert eine Dosiertabelle mit, die Konzentration und Einwirkzeit für verschiedene Anwendungsfälle angibt – etwa „0,5 % / 15 Minuten“ für die routinemäßige Flächendesinfektion und eine höhere Konzentration für den Ausbruchsfall. Diese Tabelle sollte nicht nur einmal gelesen, sondern am Ort der Anwendung sichtbar aufbewahrt werden, damit auch neues Personal die richtige Menge ohne Nachfragen abmessen kann.
Neben dem unnötigen Verbrauch – und damit höheren laufenden Kosten – kann eine zu hohe Konzentration bestimmte Oberflächen und Materialien im Lauf der Zeit angreifen oder Rückstände hinterlassen, die anschließend wieder entfernt werden müssen. Wirtschaftlich und hygienisch fährt ein Betrieb also besser, wenn exakt nach Herstellerangabe dosiert wird, statt „auf Nummer sicher“ großzügig aufzustocken.
Praktisch löst sich das Problem meist mit dem richtigen Dosiersystem: Dosierpumpen, vorportionierte Kapseln oder klar markierte Messbecher nehmen dem Team das Abschätzen ab. Ich stelle Gastronomiebetrieben und Locations in Wien passende Desinfektionsmittel inklusive geeigneter Dosierhilfen zusammen, damit die richtige Menge zur Gewohnheit wird statt zur Schätzung.
Ein oft übersehener Punkt: Eine bereits angemischte Desinfektionslösung ist nicht unbegrenzt haltbar. Viele Konzentrate verlieren nach dem Verdünnen innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen an Wirksamkeit, abhängig vom jeweiligen Produkt. Wird eine angesetzte Sprühflasche über Tage weiterverwendet, kann die tatsächliche Wirkung deutlich unter der angenommenen liegen – ein Blick auf die Herstellerangabe zur Standzeit gehört deshalb ebenso zur korrekten Dosierung wie die Ausgangskonzentration selbst.
Eine angesetzte Sprühflasche ohne Beschriftung ist eine der häufigsten Fehlerquellen im laufenden Betrieb: Niemand weiß mehr genau, wann sie angemischt wurde und mit welcher Konzentration. Ein einfaches Klebeetikett mit Ansetzdatum und Produktname löst dieses Problem mit minimalem Aufwand und macht die Standzeit für jede Person im Team auf einen Blick nachvollziehbar.
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